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Freitag, 18. November 2011

Wissenslücken

Zum Thema „Was ich meinen Eltern / Großeltern im Umgang mit modernen Medien voraus habe“ kann wahrscheinlich jeder seine eigene Geschichte erzählen. Nur ändern sich die Medien, um die sich die Geschichten drehen.
Die Geschichte in der Generation meiner Eltern in Person einer Freundin meiner Mutter geht so: Freund ruft an und Oma geht ans Telefon. Da es im Gegensatz zu heute nur ein Telefon im ganzen Haus gibt und dies auch noch eine Schnur hat, ruft die Oma über den ganzen Hof, Anne solle doch mal kommen, da sei ihr Freund am Telefon. Als Anne schließlich verständnislos auf das Telefon blickte und meinte, da könne doch keiner dran sein, dauerte es ein bisschen, bis sie der Oma erklärt hatte, dass man den Telefonhörer zwischendurch nicht auflegen dürfe, wenn jemand dran sei.
Und das ist meine Geschichte:
Ich: „Ist der PC frei?“ (Es existieren noch Haushalte, in denen es nur ein Endgerät gibt, das Internet kann.)
Mama: „Ja, aber was willst du denn da? (Immer, wenn ich auf Besuch beim Rudel bin, jammere ich über die Verbindung, die wohl auch in Zukunft nicht breitbandiger werden wird).
Ich: „Ich muss mal auf facebook gucken, ob die Susanne mir wegen heute abend geschrieben hat.“
Mama: „Ich dachte, facebook wäre dieses Ding, das nur über Handy funktioniert?“
Ihr Blick zeigte, dass sie die Frage durchaus ernst meinte.

Mittwoch, 28. September 2011

zurück in die Zukunft

Am Wochenende bin ich raus aus der großen Stadt, raus zum Rudel auf dem Land. Ich fühle mich dann immer irgendwie zurückgebeamt: im alten, längst ausgeräumten Jugendzimmer schlafen, dem Vater „wenn du zwischendurch mal Zeit hast“ irgendwelche Briefe abtippen und sich (fast) immer mit jemandem um die Fernbedienung streiten.
Den Punkt „alte Freunde wiedertreffen“ habe ich seit einem Jahr allerdings aus diversen Gründen vernachlässigt. Deswegen war ich am Freitag Abend wirklich ein bisschen aufgeregt. Hätte ich gar nicht sein müssen. Alle haben sich weiterentwickelt – aber alle sind so geblieben wie früher, versteht ihr, was ich meine? Die Leben haben sich teilweise sehr verändert, aber man ist sofort wieder auf dem selben Level miteinander. Ich war nur ein bisschen überfordert, weil es einfach zu viele Leute zusammen auf einem Haufen waren – ich bin solche Menschenansammlungen einfach nicht mehr gewöhnt.
Aber ich habe für mich beschlossen: bis zum nächsten Treffen, bei dem ich dabei bin, wird nicht wieder so viel Zeit vergehen, denn auch wenn ich es in letzter Zeit nicht besonders gezeigt hab: Ich hab euch echt lieb.