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Dienstag, 27. September 2011

Behörden-Dschungel

Dank Aufgrund der Arbeit weiß ich inzwischen sehr gut, woher der Mythos der deutschen Bürokratie kommt – und dass er nicht nur Mythos ist. So nach dem Motto: Du kannst nicht entkommen; sie kriegen dich doch überall.
Welche irrsinnigen Auswüchse diese Bürokratie mitunter hervorbringt, hat mir der heutige Arbeitstag mal wieder, sagen wir, genau veranschaulicht.
[Bereits am Freitag hatte ich mit der Mitarbeiterin A telefoniert, die endlich den zuständigen Kollegen B herausgefunden hatte und mir riet, diesen heute anzurufen. (Die Akte des Falles, um den es geht, liegt seit mind. zwei Wochen auf dem Stapel „wichtig“ auf ihrem Schreibtisch und sie weiß um die Dringlichkeit des Falls). Nachdem sie mir zum heutigen Anruf geraten hatte, fügte sie gleich hinzu, dass Kollege B bis 04.10. aber im Urlaub sei, wie sie im System sehe, ich deswegen seine Vertretung, den Kollegen C, anrufen solle.]
Als ich also heute dort anrief, lief beim Mitarbeiter C folgendes Band: „… bin bis 17.10. telefonisch nicht zu erreichen. In dringenden Fällen wenden Sie sich an meine Kollegen D, E oder ab dem 05.10. an Kollege B.“ (Richtig, der B, der im Urlaub ist.)
Ich versuchte mein Glück also beim Kollegen D. Es ging auch direkt jemand ans Telefon – allerdings ein bisher unbekannter Mitarbeiter F. Der versprach, den zuständigen Mitarbeiter herauszufinden und ihn (oder sie) bitten, mich zurückzurufen.
Ich fühlte mich zeitweise stark hieran erinnert und bin wirklich gespannt, wen ich morgen an der Strippe haben werde.

Donnerstag, 8. September 2011

Bei Anruf Telekom

Problem: Ich muss für eine Wohnung herausfinden, ob der Telefonanschluss dort freigeschaltet ist. Vormieter kenne ich nicht, jetziger Mieter hat schon seit Jahren kein Telefon und kennt auch nicht die Nummer, die der Vormieter dort hatte. Also: Servicehotline der Telekom. Mir schwant nichts Gutes.

Erst die Computerstimme, dann immerhin ein Mitarbeiter nach nur vier Minuten Warteschleife.
Ich: „Ja hallo, also (es folgt die Problemschilderung).“
Er: „Also, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Sie müssen folgende Servicenummer anrufen:…“
Ich: „Äh… diese Nummer habe ich gerade angerufen… über diese Nummer telefoniere ich gerade mit Ihnen!“
Er: „Hm… das ist merkwürdig. (Ja, allerdings!) Rufen Sie diese Nummer doch nochmal an und wenn der Computer Sie fragt, was Sie wollen, sagen Sie Störung.“

Also auf ein Neues.
Die Computerstimme fragt mich, was ich will. Ich sage „Störung“. Als nächstes die Computerstimme: „Bitten nennen Sie nun die Telefonnummer, um die es geht.“ Hä?!
Ich: „Es gibt keine Telefonnummer!“
Stimme: „Ich habe Sie nicht verstanden.“
Nachdem sich diese Prozedur gefühlte fünfmal wiederholt hat, lande ich wieder… genau, in der Warteschleife.

Und dann, nach genau 12.26 Minuten… ein Mensch! Halleluja.
Die Mitarbeiterin erklärt mir freundlich, dass ein Techniker vorbeikommen muss, um den Anschluss zu testen. Da die Technikertermine aber immer mit einer langen Wartezeit verbunden seien, würde sie mir empfehlen, bei der Gelegenheit gleich einen neuen Anschluss einrichten zu lassen.

Aber immerhin hat sie sich freundlich bedankt, dass ich so lange in der Warteschleife geblieben bin.